Rettung und Restaurierung der alten Turmuhr der Spitalkirche Hersbruck
Dreimal gerettet – bürgerschaftliches Engagement
Die Turmuhr der Spitalkirche geht auf ein im 15. Jahrhundert entstandenes Zeitordnungswerk zurück. Ursprünglich handelte es sich nicht um eine sichtbare Uhr, sondern um ein mechanisches System zur akustischen Zeitangabe: Zeit wurde gehört, nicht gesehen. Der Stundenschlag strukturierte über Jahrhunderte den Alltag der Stadt.
Die Turmuhr der Spitalkirche ist nicht nur ein technisches Denkmal, sondern auch ein Zeugnis außergewöhnlichen bürgerschaftlichen Engagements. Mindestens dreimal war ihr Fortbestand gefährdet – und mindestens dreimal wurde sie durch den Einsatz engagierter Hersbrucker Bürgerinnen und Bürger bewahrt.
Rettung I (vor ca. 100 Jahren): Vor rund einem Jahrhundert erhielt der Zimmermeister Fritz Zagel den Auftrag, die Turmuhr auszubauen und zu entsorgen. Statt sie zu vernichten, bewahrte er das Uhrwerk und integrierte es in seine Zimmerei. Für das Gangwerk wurde eigens ein Erker geschaffen – ein Ehrenplatz, der den Erhalt der historischen Substanz sicherte.
Rettung II (vor ca. 30 Jahren): Im Zuge einer Betriebsaufgabe drohte erneut der Verlust des Gangwerks. Der Hersbrucker Bürger Karl Rauenbusch rettete das Uhrwerk, obwohl ein konkreter Verwendungszweck zunächst nicht feststand. Sein Ziel war es, die historische Technik zu bewahren und – wenn möglich – wieder gangbar zu machen.
Rettung III (2025): Der jüngste Erhalt erfolgte 2025 durch das Engagement der Altstadtfreunde Hersbruck. Durch Sicherung, Betreuung und fachgerechte Maßnahmen blieb das originale Gangwerk erhalten.
Dank vieler Spenden konnte das Uhrwerk durch eine Fachfirma restauriert und das vorhandene Gangwerk wieder funktionsfähig gemacht werden.




Die Uhr läuft wieder.
Sie steht ab Oktober 2026 in der Sakristei der Spitalkirche und kann dort besichtigt werden.
Diese drei Rettungen stehen unseres Erachtens beispielhaft für gelebte Verantwortung gegenüber dem eigenen Kulturerbe.
Werde Teil des Vereins.
Mitglied zu werden bedeutet, Teil einer Gemeinschaft zu sein. Zusätzlich zur jährlichen Spende ab 30 Euro hat man die Möglichkeit, sich mit seinen Fähigkeiten selbst einzubringen und mit anzupacken.

